Brauchen Babys Bewegung?

In den ersten beiden Lebensjahren entwickeln Kinder den größten Teil ihrer Motorik. Von Natur aus bewegen sich Kinder in der Regel ausreichend, dennoch werden sie manchmal von überfürsorglichen Eltern in ihrer Bewegung eingeschränkt. Was du beachten solltest und ab welchem Alter dein Kind welche motorischen Etappen meistert, erfährst du hier.

Wie wichtig ist Bewegung?

Schon von Anfang an bewegen sich Kinder, beginnend mit strampelnden Bewegungen. Im Säuglingsalter stellt das Strampeln eine nonverbale Kommunikation dar. Da das Gehirn anfangs noch nicht ganz ausgereift ist, braucht ein Kind Anregungen, damit sich Nervenverbindungen aufbauen können. Je mehr Reize des Bewegungsapparats im Hirn ankommen, desto besser entwickelt sich ein Kind. Du siehst also, wie wichtig Bewegung für dein Kleines ist. Sie ist ein wichtiger Baustein der Entwicklung und sollte nicht zu kurz kommen, denn über den Körper lernen wir die Welt kennen. Dein Kind wird zunehmend lernen, seinen Körper zu beherrschen, und dann auch erleben, dass gewisse Handlungen bestimmte Auswirkungen haben. Das Zusammenspiel von Körper, Sinnen und Bewegung ist in keinem Alter so wichtig wie in den ersten beiden Jahren. Aktive Babys zeigen später mehr Freude an Bewegung, ergreifen mehr Eigeninitiative und geben nach Misserfolgen nicht so schnell auf. Auch im voranschreitenden Alter sollte die Umgebung spielerisch und mit viel Bewegung erkundet werden, denn der hohe Stellenwert von Bewegung bleibt ein Leben lang bestehen.
Natürlich musst du als Elternteil auf dein Baby achten, dennoch solltest du seinen natürlichen Bewegungsdrang nicht übervorsichtig einschränken. Eine Treppe ist zwar gefährlich, dennoch sollte dein Kind nicht gänzlich von ihr ferngehalten werden. Statt den Zugang ganz zu vermeiden, unterstütze dein Kind dabei, wenn es die Stufen krabbelnd bezwingen möchte.

Ab wann kann mein Kind sitzen, krabbeln und laufen

Jedes Kind hat ein anderes Tempo. Wichtig ist nur, dass es sich auf seine Eltern verlassen kann. Zeige ihm, dass du stets zur Unterstützung da bist, und versuche, dein Kind ganz ohne Druck zur Bewegung zu motivieren. Vergleiche dein Kind nicht mit anderen und sorge dafür, dass es selbstständig Positionen einnimmt. So ist es beispielsweise kontraproduktiv, dein Kind mit einem Kissen gestützt in die Sitzposition zu bringen, wenn diese motorische Fähigkeit noch nicht besteht. Das sollte es aus eigener Kraft schaffen. Habe einfach etwas Geduld. Auch Laufhilfen sind zu vermeiden, denn sie erhöhen das Unfallrisiko und können sich schädlich auf die Wirbelsäule und die Gang-Entwicklung auswirken sowie zu Muskelverkürzungen führen.
Im Alter von acht bis zehn Monaten robben und krabbeln Babys, um sich fortzubewegen. Sie können vielleicht auch schon kurz alleine sitzen, wenn sie sich mit den Händen abstützen.

Um neue Bewegungen auszuprobieren, eignen sich verschiedene Untergründe. Während das Robben auf glattem Boden besser funktioniert, fällt der Vierfüßlerstand auf Teppichboden leichter. Im Alter von zehn Monaten können die meisten Kinder sich schon eigenständig aufsetzen und auch sitzen bleiben.
Mit 11 bis 14 Monaten steht dein Baby bereits auf eigenen Beinen. Das Erfolgserlebnis, sich eigenständig hochziehen zu können, motiviert schon bald zu den ersten Schritten. Dein Kind bekommt nun eine neue Perspektive und wird immer neugieriger dank der neuen Möglichkeiten. Zum Aufrichten und Laufen sind alle Muskelgruppen erforderlich. Das ist zu Beginn ein ganz schön intensives Training. Biete deinem Kind ruhig deine Hand als Stütze an. Mit ca. 15–17 Monaten wird dein Kind deine Hand nicht mehr brauchen und eigenständig laufen. Anfangs noch etwas unsicher und mit Hinfallen, aber es wird immer mehr Fortschritte machen und das Laufen optimieren. Weil jeder Untergrund eine neue Herausforderung ist, lass dein Kind sowohl drinnen als auch draußen laufen. Barfuß kann es entdecken, wie sich Sand, Wiese und Steine anfühlen. Barfuß laufen fördert außerdem die Koordination und Balance.
Kinder lernen von Kindern. Deswegen lass dein Kind öfter auch mit anderen Kindern spielen. Das fördert zusätzlich das Sozialverhalten.

Bewegung fördern und Babysport

Der geistige Prozess kann durch regelmäßige körperliche Aktivität deutlich verbessert werden. Das belegen auch Studien. Durch Bewegung wird außerdem die Muskulatur gefördert, was wiederum wichtig ist für das Immunsystem. Um einen Bewegungsmangel zu vermeiden, kannst du selbst mit deinem Kind aktiv werden oder einen Kurs besuchen.
Das Streicheln des Babys von Geburt an hilft ihm, seinen Körper zu spüren. Zusätzlich kannst du beim Wickeln ein wenig mit deinem Baby „turnen“ oder mit ihm im Arm durch die Wohnung tanzen. Um den natürlichen Bewegungsdrang ausleben zu können, sollte dein Kind sowohl auf dem Bauch als auch auf dem Rücken liegen und die Möglichkeit haben, nackt oder zumindest mit viel Bewegungsfreiheit strampeln zu können. Dazu eignen sich Krabbeldecken hervorragend. Hängt darüber noch ein spannendes Mobile, wird die Mobilität ebenfalls gefördert.
Das Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP) ist eine Frühförderung des Babys. Die Kurse beginnen, wenn das Kind vier bis sechs Wochen alt ist, und finden meist einmal wöchentlich für 90 Minuten statt. Das Kind wird nackt in einen warmen Raum gelegt, während die Eltern sich mit ihm beschäftigen. Spiele und Anregungen werden von einem Gruppenleiter empfohlen. Ein weiterer Vorteil der Kurse ist, dass Kontakt zu anderen Kursteilnehmern geschlossen werden kann.
Sobald dein Kind seinen Kopf eigenständig halten kann, kann auch ein Babyschwimmkurs besucht werden. Mit leichten Übungen wird das Kind dabei an das Element Wasser gewöhnt und die Bindung von Eltern und Kind durch den engen Hautkontakt gestärkt. Außerdem wächst das Vertrauen zu Mama und Papa, wenn das Baby merkt, dass ihm nichts passieren kann. Die Wassertemperatur sollte mindestens 30°, besser 33° haben und die Badedauer kurz gehalten werden.
Da Babyschwimmen immer wieder in der Diskussion steht, sprich am besten mit deinem Arzt oder deiner Hebamme darüber, ob und wie sinnvoll es für dein Kind ist.