Das Baby richtig halten und tragen

Auch wenn es so scheint, ist ein Baby nicht so zerbrechlich, wie man denkt. Dennoch kann man verunsichert sein, wenn es um das Tragen oder Heben des Babys geht. Besonders bei Neugeborenen ist ein sicherer, fester Halt sehr wichtig, dazu möchte ich dir hier das Wichtigste erzählen.

Das Baby richtig halten und hochheben

Entspanne Dich, so gut es geht, oder atme zum Beispiel einmal bewusst ein und aus, bevor du dein Kind hochhebst oder hältst, denn Babys spüren Unsicherheit oder Anspannung. Achte insbesondere im Säuglingsalter darauf, dass deine Hände und Kleidung sauber sind. Das gilt natürlich auch für alle anderen Personen, die dein Kind halten, da die Immunlage des Neugeborenen noch nicht so gut ist und es nur wenig Abwehrstoffe hat. Beim Halten und Tragen ist es stets wichtig, Kopf und Rücken zu stützen. Den Kopf hältst du am besten mit deiner Hand am Hinterkopf. Wenn du dein Baby unter den Achseln fasst und mit den Händen seinen Rücken umschließt, wird der Kopf mitgehalten. Da die Muskulatur eines Babys noch schwach ausgeprägt ist und es schnell zusammensackt, muss auch der Rücken gestützt werden. Ebenfalls angenehm für dein Baby ist eine schräge Lage, bei dem der Kopf in der Armbeuge liegt. Diese Haltung ähnelt der im Mutterleib in den letzten Wochen vor der Entbindung und ist deswegen sehr angenehm für das Baby.

Auch das Hochheben will gelernt sein: Probiere einfach mit deinem Partner oder einer anderen Person aus, wie sich das Hochheben aus dem Liegen angenehm anfühlt. Wenn dein Baby liegt, fasse mit deinen Händen von vorne unter seine Achseln, wobei die Daumen vorne sind. Mit deinen freien Fingern kannst du dann den Kopf und den Rücken stützen. In dieser Position kannst du dein Kleines dann auf die Seite rollen und anschließend hochheben. Das Köpfchen sollte dabei auf deiner Hand liegen, um es zu stützen. Die andere Hand hält die Brust und die Schulter. Mit diesem Griff kannst du dein Kind sowohl drehen als auch hochheben. Wenn du dein Kind auf die Seite rollst, wechsle regelmäßig die Seite, um die Flexibilität zu fördern. Gleiches gilt für das Tragen.

Tragehaltungen

Hast du dein Kind hochgehoben, kannst du es in verschiedenen Haltungen tragen. Achte dabei auch immer auf deinen eigenen Rücken. Je schwerer dein Kind wird, desto mehr wird dein Rücken beim Tragen belastet.

Kuschelhaltung: Bei der Kuschelhaltung wird der Kopf mit einer Hand gestützt, während der andere Arm den Po und Rücken hält. Auch beim Hochheben wird der Kopf stets gehalten. In dieser Position hat dein Baby engen Kontakt zu deinem Körper, insbesondere deiner Brust. Es kann so deinen Herzschlag spüren, was sehr beruhigend wirkt. Achte darauf, das Köpfchen auf eine Seite zu drehen, damit dein Kind ausreichend Luft bekommt.

Wiegehaltung: Wie der Name schon verrät, liegt dein Baby hier wie in einer Wiege auf deinem Arm. Sein Kopf liegt in deiner Armbeuge und der Po wird durch deine Hand gestützt. Du kannst deinen anderen Arm zur Unterstützung nehmen oder aber damit das Fläschchen oder den Schnuller geben. Vorteil dieser Haltung ist die Nähe zu deinem Körper und der Blickkontakt. Du kannst dein Kind außerdem hervorragend wiegen.

Fliegerhaltung: Diese Haltung bietet sich vor allem an, wenn dein Baby Blähungen hat. Lege dein Kind bäuchlings auf deinen Unterarm und platziere das Köpfchen in deiner Armbeuge. Deine andere Hand stützt den Po. Das Köpfchen sollte nach vorne und weg von deinem Körper zeigen. Du kannst deinem Baby den Rücken streicheln und es leicht hin und her wiegen[RH5] . In dieser Position kannst du dein Baby sogar sicher mit einem Arm halten.

Schulterhaltung: Die Schulterhaltung ist ideal, um ein Bäuerchen zu machen. Lege dein Baby aufrecht an deinen Körper, sodass der Kopf ein wenig über deine Schulter schaut. Durch die aufrechte Position wird das Aufstoßen unterstützt und es gelangt weniger Luft in den Babybauch. Zudem ermöglicht diese Haltung deinem Kind die Sicht auf seine Umwelt. Denke daran. den Kopf und Rücken zu stützen und halte auch den Po fest.

Gesicht-zu-Gesicht-Position: Zum Spielen eignet sich diese Position am besten. Stütze mit einer Hand den Babykopf und mit der anderen seinen Po. Wenn du dein Kind vor dich hältst, kannst du ihm in die Augen schauen und auf einfache Weise kommunizieren.

Stillposition: Zum Stillen oder Einschlafen ist diese Position bestens geeignet. Mit der einen Hand stützt du den Kopf und mit demselben Arm den Rücken. Mit der anderen Hand kannst du den Kopf zusätzlich stützen, während du dich in eine bequeme Position bringst. Lege dann dein Kind um deinen Körper, sodass seine Beinchen nach hinten zeigen. Ziehe dein Baby ganz nah an deine Brust und benutze deine freie Hand zum Füttern.

Sitzposition: Die Sitzposition ermöglicht es deinem Kind, die Welt zu entdecken. Sein Rücken ist dabei auf deiner Brust. Mit einem Arm trägst du dein Kleines, während du den anderen Arm um es legst. Der Kopf sollte unbedingt von deiner Brust gehalten werden. Wenn dir das zu unbequem ist, kannst du dich auch hinsetzen und dein Baby oder Kleinkind auf deinen Schoß setzen[RH6] .

Auf der Hüfte tragen: Mit etwa vier bis sechs Monaten kann dein Baby sein Köpfchen schon alleine halten, und du kannst es auf der Hüfte tragen. Halte den Babybauch gegen deine Hüfte und achte darauf, dass dein Baby nach vorne schaut. Stützen kannst du dein Kind mit dem Arm auf der Seite der stützenden Hüfte. Die freie Hand steht dir nun zur freien Verfügung, du kannst damit aber auch bei Bedarf zusätzlichen Halt für dein Baby generieren.

Jedes Baby hat andere Vorlieben beim Tragen. Wenn ihm eine Position nicht gefällt, wird es dich das merken lassen, indem es weint oder meckert. Dann solltest du die Position wechseln und schauen, ob ihm das besser gefällt. Während du dein Kind trägst, kannst du sanft[RH7]  und ruhig wippen, um es in den Schlaf zu wiegen. Singe ihm doch etwas vor oder erzähle ihm von deinem Tag.

Tragegurt oder Tragetuch

Ein Tragegurt oder -tuch können deinen Rücken schonen. Trage dein Baby dabei hoch und dicht am Körper. Du solltest dein Baby auch nicht auf der Hüfte, sondern in der Körperachse tragen. Wenn dein Kind älter ist, kannst du es auch auf dem Rücken tragen – dadurch hast du etwas mehr Bewegungsspielraum für deine Hände. Für welche der Optionen du dich entscheidest, ist dir überlassen. Hauptsache, dein Kind nimmt die richtige Haltung ein. Ein gerundeter Rücken ist anfangs normal für Babys, da die Wirbelsäule noch keine S-Form hat. Die Beine sollten gespreizt sein, mit den Knien auf Nabelhöhe. Es sollte weder im Hohlkreuz sein, noch sollte die Wirbelsäule überstreckt werden. Vor dem dritten Monat sollte unbedingt eine  Kopfstütze vorhanden sein, da dein Kind sein Köpfchen noch nicht selbst halten kann[RH8] . Beobachte, ob dein Kind nach drei Monaten immer noch eine Kopfstütze benötigt und benutze sie auch, wenn es müde ist.

Während ein Tragetuch individuell gebunden werden kann, hat eine Tragehilfe praktische Gurte und Schnallen. Dafür kann sie, anders als ein Tragetuch, nur bedingt auf verschiedene Größenverhältnisse eingestellt werden. Die Auswahl ist mittlerweile sehr groß. Lass Dich dazu beraten.