Der Schlaf des Babys

Zu Beginn haben Babys noch keinen richtigen Tag-Nacht-Rhythmus und entscheiden selbst, wann sie schlafen. Du kannst diesen Rhythmus nur minimal beeinflussen. In diesem Artikel möchte ich dich über den Schlaf deines Babys sowie die richtige Schlafposition aufklären.

Wieviel schlafen Babys?

Jedes Kind ist anders und auch der Schlafrhythmus ist individuell. Während manche Kinder schon früh regelmäßig (durch-)schlafen, variieren manche Kinder von Tag zu Tag, was die Schlafzeiten anbetrifft. In diesem Fall ist es meist hilfreich, wenn das Kind von den Eltern zu einer Regelmäßigkeit „erzogen“ wird. Es beruhigt dein Kind, wenn es bestimmte Routinen hat und sich Abläufe regelmäßig wiederholen. Dazu zählen das Essen, Baden, aber auch ein Lied zum Einschlafen.
Die ersten Lebenswochen wird dein Baby fast den ganzen Tag schlafen, im Schnitt ca. 18 Stunden. Wach wird es nur, um zu trinken, gewickelt zu werden oder um mit dir zu kuscheln. Zwischen dem vierten und sechsten Monat wird dein Kind langsam lernen, Tag und Nacht zu unterscheiden. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist nicht angeboren, sondern muss erst erlernt werden, und zwar durch den elterlichen Alltag. Je älter dein Kind wird, desto mehr werden sich die Wachphasen – vor allem nachts – reduzieren, und es wird lernen durchzuschlafen. Zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat schläft dein Kind ca. 11 Stunden in der Nacht und tagsüber nur noch eine oder eineinhalb. Es ist ratsam, den Mittagsschlaf nicht länger dauern zu lassen, da dein Kind sonst nachts Probleme beim Durchschlafen haben könnte. Es bricht einem zwar fast das Herz, den kleinen Engel aus dem Schlaf zu reißen, aber wenn dein Baby wirklich sehr lange schläft, wecke es ganz sanft. Andernfalls wirst du nachts wahrscheinlich auch nicht zur Ruhe kommen, wenn dein Kind wach liegt. Zum Durchschlafen trägt auch bei, wenn die längste Wachphase deines Kindes von vier bis fünf Stunden abends vor dem Zu-Bett-Gehen ist.
Mit einem Alter von zwei Jahren brauchen Kinder ca. 13 Stunden Schlaf täglich, wovon der größte Teil auf die Nacht fällt. Wie lange dein Kind noch einen Mittagsschlaf braucht, ist unterschiedlich und kann bis zum Kindergartenalter andauern. Andere Kinder gewöhnen sich schon mit drei Jahren den Mittagsschlaf ab. In diesem Alter brauchen sie noch ca. 12 Stunden Schlaf täglich. Eine Abweichung von ein bis zwei Stunden ist normal und kein Grund zur Sorge.

Die richtige Schlafposition

Die richtige Schlafposition sowie eine geeignete Umgebung sind wichtig, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Um das Risiko des plötzlichen Kindstodes größtmöglich zu minimieren, ist die Rückenlage am besten geeignet. In dieser Position kann dein Baby am besten atmen und Mund und Nase bleiben frei. Wenn du dein Baby von Anfang an immer in dieser Position hinlegst, gewöhnt es sich daran und behält sie in den ersten Monaten bei.
In Bauchlage sollte dein Kind nicht schlafen. Wenn es unumgänglich ist, sollte es nur am Tag für kurze Zeit und unter deiner Beobachtung auf dem Bauch liegen. In Bauchlage ist für Babys die Gefahr am höchsten, dass sie keine Luft mehr bekommen. Möchte dein Kind nicht auf dem Rücken liegen, bringe beispielsweise ein Mobile an der Decke an. Das animiert die meisten Kinder, in Rückenlage zu bleiben – immerhin gibt es etwas Spannendes zu sehen.
Auch die Seitenlage ist zum Schlafen ungeeignet, da sich dein Kind von der Seite schnell in die Bauchlage drehen kann. Sollte dein Kind auf der Seite schlafen müssen, gibt es geeignete Kissen, die ein Drehen verhindern. Du kannst auch ein eng gerolltes Handtuch an den Babyrücken legen, das hat denselben Effekt.
Ab einem Alter von vier Monaten können sich Kinder selbstständig drehen. Natürlich solltest du dein Kind auch dann in Rückenposition ins Bettchen legen, allerdings hast du nun keinen Einfluss mehr darauf, ob es sich in der Nacht dreht. Du kannst das Risiko dennoch minimieren, indem du kein Kopfkissen oder Kuscheltier mit ins Bett legst, in das dein Baby sein Näschen drücken könnte. Auch Decken sind deswegen gefährlich und sollten durch einen Schlafsack ersetzt werden. Durch Druckknöpfe können diese so eingestellt werden, dass das Kind nicht versehentlich hinein rutscht. Tatsächlich ist auch Stillen ein Schutzfaktor, denn gestillte Babys wachen nachts häufiger auf und rutschen allein deswegen nicht zu tief in den Schlafsack.
Der beste Ort für den Schlafplatz deines Kindes ist vor allem im ersten Lebensjahr das elterliche Schlafzimmer. Sollte dein Kind einen Atemaussetzer haben, wird es durch das ruhige Atmen von euch animiert, weiterzuatmen.

Pucken

Babys fest in ein Tuch oder eine Decke zu wickeln, nennt man Pucken. Das soll zum einen die Enge und Gemütlichkeit der Gebärmutter simulieren sowie den Moro-Reflex abschwächen. Bei diesem angeborenen Reflex breiten Kinder ruckartig ihre Extremitäten bei plötzlichen Geräuschen aus. Beim Schlafen oder Einschlafen kann das Kinder aus der Entspannung reißen. Studien belegen, dass gepuckte Kinder länger schlafen und der ruhige Schlaf gefördert wird. Vor allem bei Schreikindern hat das Pucken eine sehr positive Wirkung: Sie schreien weniger und beruhigen sich schneller.
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät von der Wickeltechnik allerdings ab, denn es erhöhe die Hüftdysplasie beim Baby, und bei zu festem Wickeln können Nerven abgeklemmt sowie die Atmung beeinträchtigt werden. Auch das Nachempfinden der Gebärmutter wird angezweifelt, denn dort läge das Kind nicht auf dem Rücken, sondern in Embryonalstellung. Zudem sei die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt und ein geringeres Weinen läge lediglich an der Kapitulation des Kindes.
Diese Kritik trifft auf falsches Pucken zu. Möchtest du pucken, achte auf die richtige Technik. Kommt dein Kind schnell zur Ruhe und quengelt wenig, ist Pucken nicht notwendig. Kommt dein Kind nur schwer zur Ruhe und ist es ein Schreibaby, dann kannst du es durchaus mit dem Pucken versuchen. Am besten nur nachts und auch nur bis zu dem Alter, zu dem sich dein Kind selbstständig drehen kann. Die Beine deines Kindes brauchen genügend Freiheit und auch die Arme werden nicht mit eingewickelt, sondern können zum Nuckeln ans Gesicht gelegt werden. Das Gesicht muss immer frei bleiben! Verwende zum Einwickeln eine dünne Baumwolldecke oder ein spezielles Pucktuch bzw. einen Pucksack und prüfe immer wieder am Nacken, ob deinem Kind zu warm ist. Auch wenn dein Baby eingewickelt ist, braucht es Körperkontakt, vergiss das bitte nicht. Deine Hebamme kann dir die richtige Wickeltechnik zeigen – frage sie am besten.