Die letzten Untersuchungen und Pränataldiagnostik

Wenn der Geburtstermin näher rückt, dreht sich dein Kind optimalerweise schon in die Geburtsposition und vielleicht spürst du schon die ersten Wehen. Im letzten Schwangerschaftsmonat nehmen Schwangere wöchentlich ca. 500 Gramm zu und der Bauch wird nochmals sichtlich größer. Der neunte Monat ist teilweise recht unbequem, da der Bauchumfang erneut deutlich wächst und die Gebärmutter durch das Gewicht des Kindes tiefer ins Becken sinkt. Der Magen hat dann wieder mehr Platz. Aber dafür drückt sie nun auf die Blase und verursacht häufigeren Harndrang. Mit einem so großen Bauch fällt es außerdem immer schwerer, gemütlich zu liegen oder zu sitzen und auch schlafen gestaltet sich schwieriger. Es stehen nun auch häufiger Untersuchungen an, über die ich dich hier informieren möchte. Ruhe ist nun am allerbesten für dich, denn eine gute Nachricht bei all den Unbequemlichkeiten habe ich für dich: Du hast es fast geschafft!

Die letzten Untersuchungen vor der Entbindung

Ab der 34. Schwangerschaftswoche musst du alle zwei Wochen zur Vorsorgeuntersuchung. So kann am besten geprüft werden, ob sich dein Kind gut und der Zeit entsprechend entwickelt. Dazu wird geschaut, wie groß dein Kind ist und wie es liegt, und auch die Menge deines Fruchtwassers wird geprüft. Durch die sogenannte Doppler-Sonographie wird per Ultraschall der Blutfluss in der Plazenta und der Nabelschnur gemessen. Bei der Kontrolle der Plazenta wird geschaut, ob sie sich eventuell vor dem oder nah am Muttermund befindet, denn dann könnte ein Kaiserschnitt notwendig sein. Außerdem wird überwacht, ob eine Präeklampsie vorliegt. Diese Krankheit kann durch die Schwangerschaft auftreten und äußert sich hauptsächlich durch Bluthochdruck und eine vermehrte Eiweißausscheidung im Urin. Auch Wassereinlagerungen an Händen, Füßen und im Gesicht sowie Herzrasen, Schwindel und Kopfschmerzen können begleitend auftreten. Die Folge könnte eine mangelhafte Durchblutung des Mutterkuchens sein, was wiederum zu Wachstumsstörungen des Kindes führen würde. Ohne Behandlung kann eine Präeklampsie lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein. Diese letzte Vorsorgeuntersuchung gehört zu den üblichen Vorsorgeuntersuchungen und wird von der Krankenkasse bezahlt. Zur Überwachung wird regelmäßig Urin und Blutdruck geprüft. In Selbstzahlerleistung kannst du auch eine Präeklampsie-Risikobestimmung durchführen lassen, bei der eine Doppelsonografie der Gebärmuttergefäße erfolgt. Mit einem Computerprogramm wird dann das Risiko errechnet. Es wird allerdings nur ein statistisches Risiko errechnet, das eine Präeklampsie nicht vollständig ausschließen kann.

Es gibt überdies noch zusätzliche Untersuchungen, die mehr Aufschluss über das Wohlbefinden deines Kindes geben können, aber selbst finanziert werden müssen.

Pränataldiagnostik

Ergeben sich im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge Anhaltspunkte für ein genetisch bedingtes Risiko, so ist der Arzt gehalten, die Schwangere über die Möglichkeiten einer humangenetischen Beratung und/oder humangenetischen Untersuchung aufzuklären.

Wird im Rahmen der üblichen Vorsorgeuntersuchungen festgestellt, dass es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt, werden zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, zum Beispiel Doppleruntersuchungen, von einem Spezialisten mittels Überweisung durchgeführt – diese Kosten werden von den Kassen übernommen (Mutterschaftsrichtlinien).

Anders als die üblichen Vorsorgeuntersuchungen ist die Pränataldiagnostik, also die „vorgeburtliche Diagnostik“, nicht im Mutterpass vorgesehen und somit eine Zusatzuntersuchung, die nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Bei dieser Untersuchung wird gezielt nach Hinweisen auf eine Fehlbildung, Chromosomen-Abweichung oder Störung des Babys gesucht. Das Problem ist, dass die Ergebnisse nicht immer eindeutig sind, zumal nur ein Teil der möglichen Störungen des Kindes vor der Geburt festgestellt werden kann. Manche Erkrankungen können festgestellt werden, benötigen aber Folgeuntersuchungen und können ohnehin nicht in der Schwangerschaft behandelt werden. Auch über die Schwere der Krankheit kann die Untersuchung oftmals nicht viel sagen und es kann zu Fehlalarmen kommen. Solltest du eine Pränataldiagnostik in Betracht ziehen, dann sei dir bitte der Konsequenzen bewusst, denn nicht selten kommt es zur Verunsicherung oder im schlimmsten Fall zur Entscheidung, ob das Kind so auf die Welt kommen oder die Schwangerschaft abgebrochen werden soll. In diesem Fall gibt es Beratungsstellen, die bei der belastenden Frage unterstützen können.

In der Pränataldiagnostik gibt es invasive und nicht invasive Methoden. Zu den nicht invasiven Verfahren zählt die Ultraschall-Untersuchung, der Nackentransparenz-Test und der Bluttest. Sie greifen nicht in den Körper ein. Invasive Methoden bedeutet, dass es einen Eingriff in den mütterlichen Körper gibt. Dazu gehören die Plazentapunktion (Chorionzottenbiopsie), die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) und die Punktion der Nabelschnur (Dordozentese).

Invasive Verfahren sind nicht ganz harmlose, denn sie erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt. Wenn es keinen Verdacht auf Auffälligkeiten gibt und du dennoch eine Pränataldiagnostik wünschst, zahlt die Krankenkasse nicht. Sie zahlt nur, wenn sich aus den üblichen Vorsorgeuntersuchungen ein Verdacht ergeben hat. Auch wenn du über 35 Jahre alt bist, hast du einen Anspruch auf eine bezahlte Fruchtwasseruntersuchung.

Schon vor der Untersuchung muss der Arzt über die Art des Tests sowie dessen Risiken aufklären. Er muss auch auf die Möglichkeit einer ergänzenden psychosozialen Beratung hinweisen. Ohne schriftliche Einwilligung darf keiner der Tests durchgeführt werden! Außerdem besteht das Recht auf Nichtwissen. Das heißt, empfohlene pränatale Untersuchungen müssen nicht angenommen werden. Generell muss der Arzt aufgrund seiner Informationspflicht berichten, wenn es in den normalen Vorsorgeuntersuchungen zu Auffälligkeiten kommt. Wenn du über bestimmte Dinge nicht informiert werden willst, sage das am besten im Vorhinein oder bestätige es schriftlich.

Letzte Vorbereitungen

Ein bisschen Zeit bleibt dir noch bis zur Geburt. Nutze die Zeit für die letzten Erledigungen und bereite dich am besten schon auf die Zeit nach der Geburt, das Wochenbett, vor. Wenn du noch arbeitest, musst du vielleicht noch einige Dinge im Betrieb klären, bevor du deinen Mutterschutz antrittst. Nun ist auch ein guter Zeitpunkt, den Klinikkoffer zu packen. Neben bequemer Kleidung für den Kreißsaal und die Wochenbettstation solltest du an Hausschuhe, einen Bademantel und einen Still-BH denken. Auch ein Stillkissen, eine gemütliche Wolldecke, warme Socken sowie Babykleidung und eine Babyschale fürs Auto am Entlassungstag sollten ebenfalls nicht fehlen. Wenn du dann noch an Mutterpass und Krankenkassenkarte denkst, bist du optimal vorbereitet und kannst  der Geburt viel entspannter entgegen sehen.