Wenn ein Kinderwunsch besteht und was getan werden kann, wenn das Schwangerwerden nicht gleich klappt: Bsp: Errechnung der fruchtbaren Tage, ab wann sollte man eine Untersuchung in Erwägung ziehen, letzte Lösungen: künstliche Befruchtung oder Adoption

Kinderwunsch?

 

Du wünschst dir ein Kind? Herzlichen Glückwunsch! Du hast eine große Entscheidung für dich getroffen und dazu möchte ich dir gratulieren. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man spürt, dass man für Nachwuchs bereit ist. Aber der Kinderwunsch wird oft von Sorgen oder Ungeduld begleitet: Viele Paare wollen wissen, wie lange sie warten müssen, und haben schnell Angst, dass etwas nicht stimmen könnte. Deshalb möchte ich dir hier erklären, was du tun kannst und worauf du bei der natürlichen Familienplanung achten solltest.

Wie lange warten ist normal?

Schwanger werden ist ein natürlicher Vorgang, der meist ganz ohne Hilfe klappt. Allerdings braucht es oft ein bisschen länger, als wir es gerne hätten. Bei einem Drittel aller Frauen dauert es bis zu einem Jahr. Eine mehrmonatige Wartezeit ist also kein Grund zur Sorge, sondern sollte mit eingeplant werden. Im Schnitt dauert es acht Monate, bis es nach dem bewussten Absetzen der Verhütung zu einer Schwangerschaft kommt. Solltest du nach einem Jahr noch nicht schwanger sein, kannst du zur Abklärung deinen Gynäkologen aufsuchen.

Du solltest dir nicht zu schnell Sorgen machen oder dich unter Druck setzen. Ein Austausch in Foren oder mit befreundeten Paaren in der gleichen Situation kann dir helfen, mit dem Frust umzugehen. Betrachte diese Phase als einen ersten Schritt zum Ziel statt als Hindernis.


Eine mehrmonatige Wartezeit ist also kein Grund zur Sorge, sondern sollte mit eingeplant werden!

Tipps zur Feststellung der fruchtbaren Tage

Es ist immer hilfreich, seinen Zyklus gut zu kennen, um die fruchtbaren Tage besser ermitteln zu können. Hier einige Informationen vorab:
Der Zyklus einer Frau dauert insgesamt 28 Tage und reicht vom ersten Tag der Periode bis zum letzten Tag vor der nächsten Regelblutung. Nach etwa 14 Tagen kommt es zum Eisprung. Die fruchtbare Phase ist recht kurz, etwa 3–5 Tage. Wenn man weiß, wann ungefähr die eigene Periode beginnt, und man seinen Körper gut kennt, wird es einfacher, die geeigneten Tage für eine Empfängnis festzustellen.
Es gibt folgende Methoden, die dabei helfen können, die fruchtbaren Tage zu bestimmen:

Basaltemperatur messen
Die Basaltemperatur ist deine Aufwachtemperatur. Diese misst du jeden Morgen noch vor dem Aufstehen. Am besten misst du immer zur selben Uhrzeit und an derselben Stelle. Durch das regelmäßige Eintragen der Ergebnisse ergibt sich eine Temperaturkurve.
Wie lassen sich die fruchtbaren Tage daraus ermitteln?
Zu Beginn des Zyklus ist die Temperatur niedriger, bis das Hormon Progesteron gebildet wird. Die Bildung des Hormons findet erst nach dem Eisprung statt und sorgt für ein Ansteigen der Temperatur. Der Zeitabstand zwischen Eisprung und Temperaturanstieg liegt bei ungefähr drei Tagen. Somit findet der Eisprung ungefähr drei Tage vor dem üblichen Anstieg der Temperatur statt.
Insgesamt ist eine Frau an etwa fünf Tagen fruchtbar, etwa 12–16 Tage vor dem Zyklus-Ende.
Man sollte beachten, dass Spermien bis zu fünf Tage in der Vagina überleben können. Das heißt, auch wenn du deinen Eisprung nach dem Sex hast, kannst du schwanger werden. Zudem gilt, dass die Eizelle noch 12–24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden kann.

Beobachtung des Zervixschleims:
Auch die Beobachtung des Zervixschleims kann dabei helfen festzustellen, wann man empfängnisbereit ist. Der Zervixschleim ist ein Sekret, das im Gebärmutterhals gebildet wird. Dieses wird an den fruchtbaren Tagen glasiger und flüssiger als an den übrigen Tagen und ist außerdem spinnbar. Während der unfruchtbaren Tage sitzt der Schleim wie ein Pfropf vor der Gebärmutter, um Bakterien daran zu hindern, in die Gebärmutter aufzusteigen. An den fruchtbaren Tagen ist dieser Schleim verdünnt, sodass Spermien in die Gebärmutter gelangen können.

Ovulationstests
Eine weitere Möglichkeit, um festzustellen, wann du empfängnisbereit bist, ist der Ovulationstest. Er funktioniert ähnlich wie der Schwangerschaftstest.
Der Ovulationstest misst die Höhe des LH-Hormons im Urin. Dieser Botenstoff steigt 24–36 Stunden vor dem Eisprung deutlich an. Zeigt der Test ein positives Ergebnis, wird der Eisprung in den nächsten 24–48 Stunden erfolgen. Ist dies der Fall, bist du genau im Zeitfenster deiner fruchtbaren Tage. Jetzt sind die Chancen auf eine Empfängnis sehr hoch.
Um den Ovulationstest sinnvoll einsetzen zu können, solltest du natürlich wissen, wann ungefähr der Eisprung bevorsteht, um den Test gezielt zu verwenden. Eine Packung Ovulationstests enthält oft mehrere Tests und kostet im Schnitt um die 4 Euro.

Weitere Anzeichen für den Eisprung:

  • Kurze stechende Schmerzen oder Ziehen im Unterleib
  • Zwischenblutung
  • Spannung in der Brust, geschwollene Brüste, empfindliche Brustwarzen.

Alle diese Symptome variieren jedoch von Frau zu Frau und sind in ihrer Intensität unterschiedlich ausgeprägt. Du solltest ebenfalls bedenken, dass diese Symptome nicht eindeutig sind, das heißt, dass dieselben Symptome auch aus anderen Gründen als einem bevorstehenden Eisprung auftreten können. Daher ist es ratsam, wenn du versuchst, den eigenen Körper über eine längere Dauer zu beobachten. Die Beobachtung der Basaltemperatur und des Zervixschleims können dabei helfen, den eigenen Zyklus zu verstehen. So lassen sich am besten individuell die fruchtbaren Tage feststellen. Ein gutes Hilfsmittel hierfür ist ein Zykluskalender, in dem du die verschiedenen Anzeichen im Verlauf deines Zyklus notieren kannst. Nach einer Weile sollte es dir möglich sein, die fruchtbaren Tage im Kalender einzukreisen.

Was tun, wenn es nicht klappt? – Künstliche Befruchtung

Sollte das Schwangerwerden länger dauern, als du dir vorgestellt hast, ist das kein Grund, dich verrückt zu machen.
Solltest du nach etwa einem Jahr – bei jüngeren Paaren auch länger – noch nicht schwanger geworden sein, ist es sinnvoll, mögliche Ursachen mit deinem Frauenarzt abzuklären. Dabei wird die Fruchtbarkeit beider Partner getestet. Sich diesen Untersuchungen auszusetzen, könnte natürlich eine Belastung sein, aber du musst jetzt nicht verzweifeln. Bei einer verringerten Fruchtbarkeit gibt es erfolgreiche Methoden der künstlichen Befruchtung, die dir helfen können, deinen Kinderwunsch zu erfüllen. Zu Verfahren und Kosten lässt du dich am besten von deinem Frauenarzt oder in einem Kinderwunschzentrum beraten.

Dieser Prozess kann langwierig und für beide Beteiligten belastend sein. Wichtig ist, dass du und dein Partner in dieser Zeit offen miteinander kommuniziert und ehrlich mit euren Ängsten und Wünschen umgeht. Sollte sich herausstellen, dass eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht möglich ist, solltet ihr alle Möglichkeiten – von der künstlichen Befruchtung bis zur Adoption – sorgfältig durchdenken und euch an die richtigen Beratungsstellen wenden.
Ich wünsche euch viel Erfolg!


Bei einer verringerten Fruchtbarkeit gibt es erfolgreiche Methoden der künstlichen Befruchtung, die dir helfen können, deinen Kinderwunsch zu erfüllen!