Praktische Tipps: Versicherung und Co. rund ums Baby

Mit der Geburt deines Kindes bist du für eine Person mehr verantwortlich. Während und auch nach der Geburt gibt es einiges an Bürokratie zu bewältigen. Nicht alles, was dir nun angeboten wird, braucht dein Kind aber wirklich. An manches denkt man vielleicht auch nicht sofort. Damit du nichts Wichtiges vergisst, lies dir am besten diesen Artikel durch.

Baby – Versicherungen

Mit dem Familienzuwachs locken viele Versicherungen mit vielversprechenden Paketen, die aber oft überflüssige Policen enthalten. Bei einer Familienversicherung wie Haftpflicht, Hausrat, sowie Kranken- und Rechtsschutzversicherungen sind Kinder mitversichert. Gib deiner Versicherung ausdrücklich Bescheid, das Kind anzumelden. Das geht bei gesetzlichen Krankenkassen kostenfrei, und dein Kind wird einfach mitversichert. Bei einer privaten Krankenversicherung braucht auch dein Kind eine eigene private Versicherung.
Dein Kind ist so lange über die elterliche Haftpflichtversicherung mitversichert, bis es eine Ausbildung oder das Studium abgeschlossen hat. Achte darauf, dass deine Haftpflichtversicherung Schäden von nicht deliktfähigen Kindern (unter sieben Jahren) mitversichert und eine Ausfalldeckung beinhaltet, die für den Schaden aufkommt, falls der Schädigende nicht die finanziellen Mittel besitzt. Du kannst auch über eine Auslandsreisekrankenversicherung nachdenken, wenn ihr öfter verreisen wollt. Auch eine Unfallversicherung kann[RH6] sinnvoll sein, liegt aber in deinem Ermessen. Das gleiche gilt für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Als Alleinverdiener solltest du über eine Risikolebensversicherung nachdenken, damit auch dein Kind abgesichert ist.

Reisepass

Möchtet ihr gemeinsam ins Ausland reisen, dann braucht auch dein Kind einen eigenen Reisepass. Dieses Reisedokument braucht ein Kind schon ab der Geburt. Bis zum 12. Lebensjahr wird deutschen Kindern ein Kinderreisepass ausgestellt. Die Kosten liegen bei 13 Euro, er ist sechs Jahre gültig und kann maximal bis zum 12. Lebensjahr verlängert werden. Die Beantragung geht in der Regel recht schnell. Du musst nur die Geburtsurkunde, ein biometrisches Foto und die elterlichen Ausweise sowie das Antragsformular mitbringen. Kann dein Partner nicht mitkommen, bedarf es einer schriftlichen Einverständniserklärung. Sollte ein alleiniges Sorgerecht vorliegen, so muss es beim Amt nachgewiesen werden.
Auf Wunsch kann auch bereits ein Personalausweis beantragt werden. Üblicherweise bekommen Kinder den aber erst mit 16 Jahren. Einen normalen Reisepass gibt es dann ab dem 12. Lebensjahr. Auch er wird auf Wunsch schon früher ausgestellt. Für einige Länder wird direkt ein Reisepass mit Chip oder sonst ein Visum benötigt (z.B. USA). Sowohl der Personalausweis, als auch der Reisepass können allerdings nicht verlängert werden, sondern müssen neu beantragt werden, wenn sie abgelaufen sind.

Vaterschaft anerkennen lassen

Ist ein Paar verheiratet, gilt der Ehemann nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch automatisch als Vater. Bei unverheirateten Paaren muss der Vater unter Zustimmung der Mutter die Vaterschaft anerkennen lassen. Das kann vor oder nach der Geburt erfolgen. Es vor der Geburt zu erledigen, hat den Vorteil, dass schon bei der Geburt des Kindes der Vater namentlich in der Geburtsurkunde erwähnt wird. Zum Termin beim Jugendamt sollten Vater und Mutter gemeinsam kommen und die jeweilige Geburtsurkunde, einen Ausweis sowie den Mutterpass mit dem voraussichtlichen Geburtstermin mitbringen. Nach der Geburt benötigt das Jugendamt noch die Geburtsurkunde des Kindes.
Sollte der Kindsvater einen Vaterschaftstest verweigern, kann die Vaterschaft auch gerichtlich festgestellt werden.
Die Vaterschaftsanerkennung beim Jugendamt, Standesamt, einem Notar oder beim Amtsgericht ist grundsätzlich kostenlos. Beim Notar oder Amtsgericht fallen allerdings teilweise Kosten für Auslagen an.
Informiere dich am besten schon vor dem Termin, ob oder welche Kosten anfallen werden und welche Dokumente du mitbringen musst.
Die Anerkennung der Vaterschaft bedeutet auch, dass der Vater unterhaltspflichtig gegenüber dem Kind ist und das Kind über ihn familienversichert werden kann. Im Falle des Todes hat das Kind Erbansprüche und unter Umständen Anspruch auf eine Waisenrente, unabhängig davon ob es sich um dein leibliches, adoptiertes oder Stief-/Pflegekind handelt.

Sorgerecht

Verheiratete Paare haben automatisch beide das Sorgerecht für das Kind. Nicht verheiratete Paare müssen das gemeinsame Sorgerecht erst beantragen und eine Sorgeerklärung abgeben. Ein Notar oder das Jugendamt müssen dies dann öffentlich beurkunden. Wird keine Sorgeerklärung abgegeben, dann hat automatisch die Mutter das alleinige Sorgerecht. Will jedoch ein Vater das Sorgerecht ohne Einwilligung der Mutter erstreiten, muss er dies beim Familiengericht beantragen.
Auch nach der Trennung steht beiden Elternteilen das gemeinsame Sorgerecht zu.

Bis wann muss mein Kind einen Namen haben?

Selbst wenn dein Kind schon auf der Welt ist, muss es noch keinen Namen haben. Innerhalb von zwei Wochen musst du es aber auf jeden Fall beim Standesamt anmelden. Wenn es bis dahin noch immer keinen Namen hat, wird vorerst nur eine Geburtsbescheinigung ausgestellt. Innerhalb eines Monats muss der Name allerdings festgelegt werden, dann wird auch die Geburtsurkunde ausgestellt. Sobald dem Standesamt der Name mitgeteilt wird, ist die Erklärung unwiderruflich.
Nicht jeder Vorname wird genehmigt. Es muss erkenntlich sein, welches Geschlecht dein Kind hat. Der Name darf nicht zu ausgefallen sein. Dein Kind darf auch nicht unendlich viele Namen tragen – bei fünf Vornamen ist Schluss. Haben dein Partner und du den gleichen Nachnamen, so bekommt auch euer Kind diesen. Unterscheiden sich die Nachnamen, müsst ihr euch für einen entscheiden. Eine Zusammensetzung beider Namen für das Kind ist nicht möglich.

Kindergeld

Einen Anspruch auf Kindergeld hast du, wenn dein Kind unter 18 Jahren alt ist, es regelmäßig von Dir versorgt wird und bei dir zuhause lebt. Außerdem muss der Wohnort in Deutschland, einem anderen EU-Land, Norwegen, Island, Liechtenstein oder der Schweiz liegen. Erhalten kann das Kindergeld entweder du oder dein Partner, oder es wird direkt deinem Kind gezahlt. Dazu muss es allerdings schon einen eigenständigen Haushalt führen, sich selbst versorgen und keinen Unterhalt von euch bezahlt bekommen. Pro Kind stehen dir mindestens 194 Euro monatlich zu. Das dritte Kind erhält 200 Euro und jedes weitere 225. Bei mehr als einem Kind wird eine Gesamtsumme überweisen, keine einzelnen Beträge. Wenn dein Kind 18 wird, musst du nachweisen, dass es noch die Schule besucht oder eine Ausbildung/Studium macht, wenn du weiterhin Kindergeld erhalten möchtest. Ab 25 Jahren gibt es grundsätzlich kein Kindergeld mehr.
Beantragen musst du das Geld (am besten direkt nach der Geburt) bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Du kannst den Antrag online ausfüllen und vorab verschlüsselt versenden, musst ihn aber auch ausdrucken und unterschreiben. Versende ihn dann mit der Post oder bringe ihn persönlich vorbei. Die Formulare findest du übrigens auf der Internetseite der Arbeitsagentur. Das Finanzamt prüft außerdem bei einem hohem Einkommen, ob Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für dich günstiger ist. Im Falle eines kleinen Einkommens oder ALG II-Bezugs kannst du durch die Familienkasse prüfen lassen, ob dir ein Kinderzuschlag zusteht.