Beschreibung der Symptome, Erläuterung der Ursachen, Tipps zur Abhilfe, ab wann gibt es Anlass zur Sorge. Wann ist die Phase der Übelkeit normalerweise überstanden?

Schwangerschaftsübelkeit – was tun?

Du hast sicher schon vor deiner Schwangerschaft davon gehört: Schwangerschafts- oder Morgenübelkeit ist wohl eine der bekanntesten Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Zwischen der 6. Und 8. Schwangerschaftswoche beginnt diese Übelkeit bei den meisten Frauen und kann sehr belastend sein.

Bei vielen Frauen tritt die Übelkeit direkt nach dem Aufstehen auf und legt sich im Verlauf des Tages wieder, woher der Name „Morgenübelkeit“ kommt. Leider ist dies für manche Frauen ein falsches Versprechen, denn sie verspüren die Übelkeit den ganzen Tag. Woher sie kommt und was du dagegen tun kannst, möchte ich dir erklären. Bevor du den langen Weg zum Arzt gehst, kannst du einige Hausmittel zur Linderung ausprobieren.

Symptome und Ursachen der Schwangerschaftsübelkeit

Selbstredend ist das Hauptsymptom die Übelkeit. Der medizinische Begriff Emesis gravidarum beschreibt allerdings das Erbrechen in der Schwangerschaft, wie es meist in der Frühschwangerschaft auftritt. Noch bevor sie sich allerdings übergeben müssen, klagen viele Frauen über anhaltendes Unwohlsein und Übelkeit. Zur Schwangerschaftsübelkeit gehören auch Ekel vor bestimmten Speisen und eine hohe Empfindlichkeit für Gerüche. Bei manchen Schwangeren halten sich diese Symptome in Grenzen und das morgendliche Unwohlsein ebbt nach einer Weile ab. Wenn das bei dir der Fall ist, hast du Glück! Denn für manche Frauen wird die Übelkeit zu einem ständigen Begleiter des ersten Schwangerschaftstrimesters.

Verursacht wird dieser unangenehmen Zustand durch den schnellen Anstieg des Schwangerschaftshormons HcG. Dieses verdoppelt sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft fast alle zwei Tage. Während der HcG-Spiegel in der 4. bis 5. Woche bei ca. 75–2.600 Einheiten liegt (IE/l), ist er in der 12. bis 16. Wochen auf 18.000–130.000 Einheiten (IE/l) geklettert. Er ist in dieser Zeit also um mehr als das 10-fache angestiegen. Warum genau HcG Übelkeit verursacht, weiß man nicht, aber sobald die Ausschüttung des Hormons ab der 17. Woche wieder abnimmt, verschwindet auch die Übelkeit.

Ab wann du dir Sorgen machen musst

Abgesehen von der Sorge um dein Wohlbefinden, ist dann ein Arztbesuch dringend empfohlen, wenn die Übelkeit so stark ist, dass du keine Nahrung mehr zu dir nehmen kannst oder du durch ständiges Erbrechen nichts bei dir behalten kannst. Es besteht die Gefahr, dass du nicht genug Flüssigkeit und Nährstoffe zu dir  nehmen kannst und dein Körper und das Baby nicht ausreichend versorgt sind. Eine so stark ausgeprägte Schwangerschaftsübelkeit nennt sich Hyperemesis gravidarum und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass du ins Krankenhaus musst.

Es gibt auch Medikamente, die die Übelkeit unterbinden und helfen können. Du solltest dies aber unbedingt mit deinem Arzt abklären. Denn auch wenn das Einnehmen von Medikamenten in der Schwangerschaft möglich ist, gilt es, Vorsicht walten zu lassen.

Schwangerschaftsübelkeit ist keine schöne Sache, aber mit 75% weit verbreitet. Auch wenn es in der Zeit nur den Trost von Beistand und Unterstützung gibt, denke daran, dass es nach ein paar Wochen überwunden ist. Deine Übelkeit fällt – wenigstens – nur dir zur Last, dein Kind bleibt davon unberührt. Ab der 17. Woche sinkt dann der HcG-Wert im Blut, dein Körper hat sich an die Umstellung gewöhnt und dein Baby hat bereits einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht. Von da an sollte die Übelkeit zurückgehen und du solltest dich wieder besser fühlen.

Tipps zur Abhilfe

Versuche, die Schwangerschaft von der positiven Seite zu sehen. Ist dir übel, ist dein HcG-Spiegel hoch und das spricht wiederum für eine intakte Schwangerschaft. Du kannst es auch als Anlass für Veränderung sehen: befasse dich beispielsweise mehr mit gesundem Essen. Die Übelkeit erleichtert außerdem den Verzicht auf das schädliche Rauchen und Alkoholtrinken – auf das du ohnehin verzichten solltest, um deinem Kind nicht zu schaden.

Viele Frauen leiden sehr unter der andauernden Übelkeit und empfinden es als eine große psychische Belastung. Du solltest selbstverständlich in Kontakt mit deinem Arzt stehen, aber es gibt auch einige Tipps, um sich das Leben zu erleichtern, und Hausmittel, die Abhilfe schaffen können: Wenn du bemerkst, dass du durch die Übelkeit sehr belastet wirst, wende dich an Familie und Freunde, die dir bei der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben helfen können. Denn oftmals sind Dinge wie Kochen, Einkaufen gehen oder Ähnliches keine Selbstverständlichkeit mehr. Wenn du arbeitstätig bist, solltest du eine Krankschreibung in Erwägung ziehen.

Wenn es bestimmte Speisen und Gerüche gibt, die dir Übelkeit machen, gehe diesen zur Sicherheit lieber aus dem Weg. Versorge dich mit helfenden Snacks, die magenschonend sind wie zum Beispiel Zwieback, trockene Kekse oder Knäckebrot. Ein leerer Magen ist schneller gereizt und neigt eher zu Übelkeit. So kann man leicht in einen Teufelskreis geraten: Die Übelkeit nimmt einem die Lust zu essen, und der leere Magen wiederum fördert Übelkeit und Unwohlsein. Es kann auch sein, dass du gierigen Appetit auf Dinge verspürst, die du sonst nie isst. Auch das ist normal, deswegen: Nur zu!

Eine natürliche Abhilfe bei Übelkeit ist Zitrone. Wenn dir akut unwohl ist, schneide dir eine Zitrone auf und rieche daran. Was simpel klingt, kann Wunder wirken. Die ätherischen Öle in der Zitrone wirken beruhigend und erfrischend. Du kannst auch Aromatherapie mit Zitronenöl oder anderen beruhigenden Düften ausprobieren. Studien ergaben, dass manchen Frauen auch Ingwer in Form von Kapseln, Sirup, Tee oder in größeren Mengen im Essen gegen die Übelkeit hilft. Auch Akupunktur kann Linderung schaffen. Manche Hebammen sind darin ausgebildet.

Es kann hilfreich sein, Vitamin B6 einzunehmen. Du kannst unter Absprache mit dem Arzt bereits vor der Schwangerschaft damit beginnen, denn Vitamin B beugt der Übelkeit vor.  Setze außerdem auf eine vitalstoffreiche Ernährung, koche selbst und mit viel Gemüse.

Wenn du bemerkst, dass deine Übelkeit am Tag Schwankungen unterliegt, du dich also manchmal besser und manchmal schlechter fühlst, kann es hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen. Notiere im Verlauf des Tages, wann es dir besonders schlecht geht und wann das flaue Gefühl abnimmt. Solltest du hier ein bestimmtes Muster erkennen, wird es dir leichter fallen, zu den „guten Zeiten“ essen zu können. Denn es ist wichtig, dass du genug isst und trinkst.


Schwangerschaftsübelkeit ist keine schöne Sache, aber mit 75% weit verbreitet!