Vom Brei zur festen Nahrung

Wenn die Milch allein dein Baby nicht mehr sättigt, ist es an der Zeit für Breikost. Das passiert in der Regel zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat und bereitet dem Kind ganz neue Geschmackserlebnisse auf dem Speiseplan. Tipps und Informationen wie du am besten abstillst, findest du im Artikel „Zu wenig Milch und Abstillen”. Was es bei Brei- und Folgekost zu beachten gibt, und wie die Ernährung deines Kindes optimalerweise gestaltet werden sollte, erfährst du hier.

Breikost

Mit steigendem Nährstoffverbrauch deines Kindes steigt auch sein Bedarf, den du über die Milch alleine nicht mehr decken kannst. Vielleicht beobachtet dein Kind mit wachsender Neugier deine Lebensmittel oder versucht, nach dem Besteck zu greifen. Ein guter Zeitpunkt, ihm nun auch Brei anzubieten. Weitere Hinweise, dass dein Kind bereit für Brei ist, sind das Verfolgen des Essens mit seinem Blick, das Nachahmen von Kaubewegungen oder das erwartungsvolle Öffnen des Mundes, wenn es Essen sieht sowie das In-den-Mund-Stecken von Lebensmitteln.
Du solltest Geduld haben, denn nicht jedes Kind zeigt große Begeisterung für die neue Speise. Zudem muss das Lutschen vom Löffel erst einmal erlernt werden. Dazu eignen sich am besten weiche und flache, abgerundete Löffel, die den sensiblen Mundraum deines Babys schützen. Zur Einführung der neuen Kost empfehlen sich vor allem süßer schmeckende Breie aus Obst, Karotte oder Kürbis. Später kannst du es auch mit Gemüse- und Fleischbrei versuchen.
Du kannst heutzutage eine Vielzahl von Fertigbreien verschiedenster Marken und Sorten kaufen, den Brei aber auch selbst herstellen. Industriell hergestellte Breie sind praktisch für unterwegs, lassen sich gut auf Vorrat kaufen und verringern den Aufwand. Zudem erfüllen sie hohe gesetzliche Anforderungen und weisen eine hohe Qualität auf. Durch die eigene Breiherstellung kannst du wiederum einen individuellen Geschmack kreieren. Du kannst die gekochten und pürierten Portionen auch einfrieren. Wenn du dein Kind ausschließlich mit selbstgemachten Breien fütterst, verzichte auf Salz und Zucker.
Nach Gut ein Monat nach der Einführung der Breikost kann dein Kind auch Milch-Getreide-Breie oder Getreide-Obst-Breie zu sich nehmen. Bei eigener Herstellung solltest du Vollmilch mit 3,5 Prozent Fettgehalt verwenden und auf Roh- und Vorzugsmilch verzichten, da diese Keime enthält. Du kannst den Brei mit Muttermilch oder Joghurt zubereiten und ihn mit etwas Fruchtsaft oder püriertem Obst ergänzen. Für die Basis eignen sich Vollkorn-Getreideflocken oder Grieß, denen du einen Teelöffel Raps- oder Sonnenblumenöl untermengen kannst. Solltest du den Fertigbrei kaufen, achte besonders auf die Zutaten, denn viele fertige Getreidebreie enthalten Zucker, Aromen oder Süßungsmittel, die nicht gut für dein Kind sind. Dein Kind sollte nun auch zusätzlich Wasser oder ungesüßte Tees trinken, um seinen Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Feste Nahrung einführen

Ab dem zehnten Monat muss die Nahrung nicht mehr püriert werden: Dein Kind kann langsam damit beginnen, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Dafür kannst du Lebensmittel in besonders klein geschnittener Form reichen oder sie mit der Gabel etwas zerdrücken, um die Aufnahme zu erleichtern. Beim Erkunden neuer Lebensmittel ist dein Kind wie ein kleiner Forscher, für den alles Neue interessant ist. Zeige ihm gesunde, leckere Lebensmittel und begleite es während dieser Erkundungsphase. Dein Kind sollte selbst entscheiden, was und wie viel es essen möchte, und du solltest darauf achten, dass die Ernährung ausgewogen ist. Verwende vorwiegend natürliche, pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide und Kartoffeln und gib deinem Kind in kleineren Mengen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Milchprodukte. Die Lebensmittel sollten wenig Zucker, Salz und Fett enthalten und nicht gewürzt sein. Sei besonders vorsichtig mit kleinen, runden Lebensmitteln. Diese können schnell in die Luftröhre des Kindes gelangen und zur großen Gefahr werden. Auf Nüsse, Beeren, Bonbons oder Fisch mit Gräten sollte deswegen noch verzichtet werden. Auch Karottenstückchen und ungeschälte Äpfel sind ebenso wie Trauben und Oliven zu vermeiden, weil sie noch zu gefährlich sind. Geeignet sind vor allem Lebensmittel, die dein Kind durch Speichel gut und schnell aufweichen kann. Zum einen ist das Brot, Zwieback und anderes Gebäck, zum anderen eignet sich aber auch Banane oder in kleine Stücke geschnittene und geschälte Birne. Auf Baby-Knabbereien wir Babykekse aus dem Supermarkt sollte verzichtet werden, da sie unnötigen Zucker enthalten. Je besser dein Kind feste Nahrung selbst nehmen, halten und zum Mund führen kann, desto mehr Gefallen wird es daran finden. Da mag das ein oder andere Lebensmittel auch mal durch den Raum fliegen, denn dein Kind hat Spaß am Experimentieren.

Ab einem Jahr kann dein Kind quasi essen wie du, denn die Verdauung hat sich umgestellt und sich ebenso wie die Zähne an die feste Nahrung gewöhnt. Trotzdem sollte die Nahrung auch jetzt noch bekömmlich und nicht zu stark gewürzt sein. Blähende Lebensmittel wie Kohl und Hülsenfrüchte sind deswegen mit Vorsicht zu genießen. Natürlich kann dein Kind nicht sofort alle Benimmregeln beherrschen: es wird mit den Händen essen, Nahrung wieder ausspucken, kleckern und mit dem Essen spielen. Lass ihm seinen Spaß und übe dich in Geduld, denn nur so kann es lernen, eigenständig zu essen. Helfen darfst du ihm natürlich.
Mit der Einführung von fester Nahrung sollte sich dein Kind nun auch an einen Rythmus gewöhnen und drei Hauptmahlzeiten – früh, mittags und abends – essen. Diese sollten durch zwei Zwischenmahlzeiten ergänzt werden. Dazu solltest du ihm immer etwas zum Trinken reichen, denn das gerät bei dem Kleinen oft noch in Vergessenheit. Mindestens 200 Milliliter sollte dein Kind pro Hauptmahlzeit trinken.
Bis zum fünften Lebensjahr solltest du darauf verzichten, deinem Kind rohe Lebensmittel wie beispielsweise Rohmilchkäse, Mett, Salami, Teewurst, Sushi oder nicht erhitzte Speisen wie Mayonnaise zu geben.

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung deines Kindes und wirkt sich auch auf sein Bewegungsverhalten aus. Durch Bereitstellung aller wichtigen Nährstoffe liefert du ihm Energie, die es zum Spielen und für andere Aktivitäten braucht. Je mehr sich dein Kind bewegt, desto mehr verbraucht es und desto mehr muss es aufnehmen. Im Kindesalter funktioniert die Regulierung und Wahrnehmung von Hunger und Sättigung meist sehr gut. Verzichte auf Kalorienzählen und vertraue den kindlichen Bedürfnissen.