Welche Vitamine und Mineralien braucht der Körper jetzt besonders (z. B. Magnesium, Folsäure) und über welche Lebensmittel kann man sie aufnehmen? Wann Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Wichtige Vitamine und Spurenelemente. Nahrungsergänzungsmittel – ja oder nein?

Für ein intaktes Immunsystem und einen guten Stoffwechsel benötigt der Körper Nährstoffe. Die Hauptnährstoffe sind Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Sie machen den größten Teil unserer Ernährung aus. Zusätzlich braucht der Körper aber auch wichtige Nährstoffe, die in wesentlich geringerem Anteil aufgenommen werden: Vitamine und Spurenelemente. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an ihnen höher, da du von nun an nicht mehr nur dich allein versorgen musst. Zu keinem anderen Zeitpunkt des Lebens ist der Bedarf an Nährstoffen so hoch wie jetzt. Um die Entwicklung deines Kindes zu gewährleisten, solltest du wissen, welcher Bedarf an Stoffen nun erhöht ist, auf welche Substanzen du ein besonderes Augenmerk legen solltest und wie du den Bedarf am besten abdecken kannst.

Die  wichtigsten Spurenelemente im Überblick

  • Kalzium
    Kalzium stärkt deine Knochen und ist notwendig für die Entwicklung und das Wachstum deines Kindes. Es fördert das Knochen- und Zahnwachstum des Ungeborenen und sorgt für ein intaktes Nervensystem sowie eine intakte Zellfunktion. Du solltest ca. 1000 mg täglich zu dir nehmen. Um den Kalziumbedarf ausreichend zu decken, eignen sich Milchprodukte und Mineralwasser mit hohem Kalziumanteil.

 

  • Eisen
    Eisen kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden, sollte aber täglich von Frauen in Höhe von 10 mg aufgenommen werden. Eisen spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung der roten Blutkörperchen, dem Hämoglobin, das den Sauerstoff zu den Zellen transportiert. Je besser und mehr Sauerstoff zu den Muskeln gelang, desto gesteigerter ist die Muskelleistung. Als Teil vieler Enzyme kann Eisen auch Einfluss auf das Immunsystem haben. Ist zu wenig Eisen im Blut, werden Krankheitserreger eventuell weniger stark bekämpft.
    In der Schwangerschaft brauchst du mehr Eisen, weil die Plazenta ausgebildet werden muss (allein sie benötigt 250 mg zur vollständigen Entwicklung), dein Baby wächst und es zu einem Blutverlust bei der Geburt kommt. Im gesamten Zeitraum deiner Schwangerschaft ist mit einem Extrabedarf von 500 mg zu rechnen. Ein so hoher Bedarf ist meistens nicht allein durch die normale Aufnahme über Fleisch, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte abzudecken. Er muss zusätzlich meist durch Nahrungsergänzungsmittel gedeckt werden. Nimm am besten Eisentabletten mit einem Glas Orangensaft zu dir, dann wird es besser verwertet.

     

  • Jod
    Jod ist essenziell für deinen Körper. Es kann nur über die Nahrung aufgenommen werden und vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Jeder Organismus braucht das Spurenelement vor allem für die Schilddrüse. Wird diese nicht ausreichend damit versorgt, kann sie nicht genügend Hormone produzieren. Aufgrund des veränderten Hormonhaushalts in der Schwangerschaft ist eine erhöhte Zufuhr an Jod in dieser Zeit unerlässlich. Jodmangel kann zu Wachstumsstörungen beim Kind führen und falls über einen längeren Zeitraum zu wenig Jod aufgenommen wird, kann die Schilddrüse anfangen zu wachsen. Eine sogenannte Struma kann gefährlich werden, da sie unter Umständen auf Luft- und Speiseröhre drückt, was wiederum zu Luftnot oder Schluckbeschwerden führen kann. Kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion, arbeitet der Stoffwechsel zu langsam, was zu Müdigkeit sowie Konzentrationsschwierigkeiten führt.
    Allein dein Baby benötigt für ein gesundes Wachstum 50 Mikrogramm Jod täglich, du ca. 200. Durch die Nabelschnur gelangt das Spurenelement von deinem in seinen Organismus. Wird der Bedarf bei deinem Kind nicht ausreichend gedeckt, kann es auch bei ihm zu einer Schilddrüsenvergrößerung oder einem Schilddrüsenhormonmangel kommen.
    Am besten kannst du deinen Jod-Bedarf mit Fisch, Champignons oder jodiertem Speisesalz oder (nach Rücksprache mit dem Arzt) durch Jodtabletten  decken.

     

  • Folsäure
    Das Vitamin Folat kommt auf natürliche Weise in Lebensmitteln vor, kann vom Körper aber nicht gespeichert werden. Die synthetisch hergestellte Variante bezeichnet  man als Folsäure.
    Folat ist an der Knochenbildung beteiligt und hilft vor allem bei der Schließung des Neuralrohrs des Ungeborenen, aus dem sich später das Nervensystem entwickelt. Ein Defekt an dieser Stelle würde zu einem „offenen Rücken“ führen.
    In der Schwangerschaft solltest du 550 Mikrogramm und in der Stillzeit 450 Mikrogramm zu dir nehmen. Geeignete Lebensmittel sind zum Beispiel Spinat, Broccoli, Kohl, Sprossen, Eier und Kartoffeln. Durch lange Lagerung, Waschen oder Kochen kann es allerdings zu einem Vitaminverlust kommen.

     

  • Magnesium
    Magnesium stärkt Knochen und Zähne und fördert die Entwicklung des Kindes. Es beeinflusst außerdem Nerven und Psyche, steigert die Leistungsfähigkeit und unterstützt die Muskelfunktion, indem es die Muskeln entspannt. Du solltest ca. 310 mg zu dir nehmen und kannst dies am besten mit Nüssen, Haferflocken oder Spinat. Solltest du deinen Bedarf dennoch nicht decken können, empfiehlt es sich, Magnesiumtabletten zu nehmen.

     

  • Zink
    Zink ist für viele Abläufe im Körper verantwortlich, zum Beispiel für den Fettstoffwechsel oder die Wundheilung. Es fördert außerdem Haut, Haare und das Immunsystem. Es kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Du solltest in der Schwangerschaft ca. 10 mg täglich zu dir nehmen, weil dein Bedarf vor allem dadurch erhöht ist, dass enorm viele Zellen wachsen und sich spezialisieren. Abgedeckt werden kann der erhöhte Bedarf am besten durch Weizenkleie, Soja, Erdnüsse und Naturreis.

Vitamine
Durch den erhöhten Stoffwechsel muss auch die Zufuhr an Vitaminen erhöht werden. Vitamin A ist zum Beispiel an der Herstellung der Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen beteiligt und kommt in tierischen sowie pflanzlichen Produkten vor. Eine Überdosierung des Vitamins kann allerdings zu Geburtsfehlern führen, die Einnahme sollte daher genau beobachtet werden.
Vitamin D reguliert viele Prozesse im Körper wie die Ausbildung des Immunsystems, die Entwicklung von Skelett und Organen oder die Entstehung des Nervensystems. Hauptlieferant des Vitamins ist die Sonne. Eine ausgewogene Ernährung, vor allem Eier, Lachs und Avocado sowie die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten können zusätzlich helfen. Jegliche Einnahme von Ergänzungsmitteln sollte aber mit dem Arzt abgesprochen sein.


Bei bestimmten Nährstoffen kann es aber schwierig werden, den Bedarf ausreichend zu decken. Das ist vor allem bei Eisen, Jod und Folsäure häufig der Fall!

Nahrungsergänzungsmittel

Meist reicht es völlig aus, wenn du auf eine ausgewogene Ernährung und die Wahl der Lebensmittel achtest, um dich und dein Kind ausreichend zu versorgen. Bei bestimmten Nährstoffen kann es aber schwierig werden, den Bedarf ausreichend zu decken. Das ist vor allem bei Eisen, Jod und Folsäure häufig der Fall. Die meisten Ärzte empfehlen als Vorsichtsmaßnahme die zusätzliche Einnahme von Folsäure-Tabletten.
Unnötige Einnahmen in Form von Multivitamintabletten solltest du aber vermeiden, da dies zu einer Vitamin-A-Überdosis bei deinem Kind führen und ihm schaden könnte.

Ob und welche Nahrungsergänzungsmittel in welchem Stadium der Schwangerschaft eingenommen werden sollten und ob du einen Mangel an bestimmten Nährstoffen hast, kann dir dein Arzt ausführlich erklären. Etwaige Einnahmen sollten mit ihm immer abgesprochen werden.